Die Zugehörigen Ihrer Pflegebedürftigen sind froh und dankbar, wenn wir fern des hektischen Alltags Zeit für sie finden. Eine regelmäßige Angehörigensprechstunde ist dafür ein geeignetes Instrument.
Praxisbeispiel: „Heute musste ich den Sohn unseres Pflegekunden Herrn Richardt wieder schnell abwürgen“, hat mir mein Kollege Fabian am Freitag erzählt. „Er wollte sich bei mir nach dem Allgemeinzustand seines Vaters erkundigen, aber außer einem schnellen ‚Es geht ihm gut‘ konnte ich ihm nichts sagen. Wir waren an dem Tag mal wieder unterbesetzt. Hinterher hat es mir leidgetan. Ich hätte gern mehr Zeit für die Angehörigen unserer Pflegekunden. Solche Situationen kennen viele Pflegekräfte. Das Problem ist nicht mangelnde Bereitschaft, sondern fehlende Struktur.
Zeitdruck versus Gesprächsbedarf
Ich konnte mir die geschilderte Situation richtig gut vorstellen, Sie auch? Einerseits stehen wir Fachkräfte im Alltag viel zu häufig unter Druck und haben zu wenig Zeit für den Austausch oder Rücksprachen. Andererseits ist es für viele Angehörige ein enormer Schritt, einen geliebten Menschen ins Pflegeheim zu geben oder die Hilfe eines ambulanten Dienstes in Anspruch nehmen zu müssen. Dass einem dann der regelmäßige Austausch mit den betreuenden Fachkräften wichtig ist, ist nur zu verständlich.
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