Je mehr Abwechslung Sie in Ihr Fortbil- dungssystem bringen, desto mehr Mitar- beitende wird es anziehen. Davon bin ich überzeugt. Immer nur Pflegedokumen- tation und Expertenstandards – und das womöglich im Frontalunterricht – locken wenige nach dem Frühdienst. Dabei bie- tet Ihr QM so viele Möglichkeiten, Schu- lungen auch einmal anders zu gestalten, z. B. als Training on the Job direkt im Rah- men einer Pflegevisite. Letztlich sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt. Und eines ist auch klar: Sie als Qualitätsbeauftragte werden einen großen Teil der Schulungen selbst durchführen. So gehen Sie dabei vor:
- 1. Ihre Vorbereitung. Egal, welches Thema Sie schulen wollen: Eine gute Einleitung und Vorbereitung sind unerlässlich. Über- legen Sie sich:
- Wer ist Ihre Zielgruppe?
- Welche Medien und Materialien be- nötigen Sie, wie soll der Raum sein, wie sollen die Teilnehmenden sitzen?
- Welche Verpflegung benötigen Sie?
- Wie gelingt Ihnen ein guter Einstieg, wie können Sie Interesse wecken? Gibt es vielleicht eine Anekdote oder auch eine ernste Geschichte oder ein gutes Beispiel aus der Praxis?
- Wie gelingt Ihnen ein guter Abschluss, z. B. mit einem motivierenden Schluss- wort? Es bietet sich oft an, im Schluss- wort noch einmal auf die Einleitung zurückzukommen.
- Was ist die wichtigste Botschaft, die Sie transportieren wollen?
- Wie viele Fakten benötigen die Mit- arbeiter tatsächlich? Oft ist weniger mehr.
- Wollen Sie Übungen einbauen?
MEIN TIPP: Sie können nicht genug Sorgfalt darauf verwenden, sich im Vorfeld zu über- legen, wie die Sitzordnung sein soll, in der Sie eine Schulung geben. Ein Stuhlkreis oder sollen alle hintereinan- der sitzen? Wo wollen Sie sein, damit Sie die ganze Gruppe im Blick haben? Ein Stuhlkreis oder eine U-Form mit Tischen hilft z. B. allen, im Dialog zu bleiben.
- 2. Ihre Durchführung. Wenn Sie zu einer Fortbildung waren und hinterher darüber erzählen, was steht dann im Vordergrund? Oft sind es nicht der sachliche Inhalt und das, was Sie Neues gelernt haben. Wahr- scheinlich werden Sie eher darüber be- richten, was Sie besonders anregend und unterhaltsam fanden. Schlüssel zum Er- folg sind hierbei:
- Interaktion und Teilhabe. Richten Sie Fragen an die Teilnehmenden, arbei- ten Sie mit Fallbeispielen. Lassen Sie in Kleingruppen diskutieren, zeigen Sie Filme. Das kommt besser an als Fron- talunterricht.Struktur. Mit einem roten Faden sorgen Sie dafür, dass alle folgen können und im Thema bleiben. Erstellen Sie eine Gliederung und visualisieren Sie den Ablauf der Fortbildung z. B. auf einem Plakat. Dieses können Sie aufhängen. Leiten Sie zwischen einzelnen Themen über („Als Nächstes folgt …“). Denken Sie daran, in die Ablaufbeschreibung auch die Pausen einzuarbeiten. Sonst werden die Leute schnell unruhig.Überraschungen. Provokative Thesen, Raumwechsel, neue Methoden. Alles das sind Möglichkeiten, mit denen Sie Schulungen etwas mehr Pepp geben. Auch eine kleine Bewegungsübung zwischendurch kann gut tun, ist jedoch nicht für jeden etwas.
- Feedback. Holen Sie sich Feedback von den Teilnehmenden ein. Fragen Sie, was diese mitnehmen, was sie sich anders gewünscht hätten, was ihnen gefallen hat. Auch methodisch können Sie dies gut anleiten, z. B. in Form einer Abfrage auf einem Flipchart.
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