Der Geruchssinn gilt als ältester Sinn, der überdies vor allem mit Erinnerungen und Emotionen eng verknüpft ist. Über die Riechzellen in unseren Nasen werden Duftmoleküle aufgenommen. Sie erreichen über spezielle Zellen Rezeptoren, die ein elektrisches Signal auslösen, das ins Gehirn geleitet wird. Dort bewirken sie eine Ausschüttung von neurochemischen Stoffen – und lösen Empfindungen aus. Auch im fortgeschrittenen Stadium einer Demenz gilt dies. Allerdings nimmt der Geruchssinn im Laufe eines Lebens häufig ab etwa dem 70. Lebensjahr ab.
Warum ist ein schwindender Geruchssinn ein Vorbote kognitiver Einbußen?
Schon 2007 berichteten Forscher aus Chicago (USA) von einer Studie, die ergeben hatte, dass Menschen, die auffällige Probleme bei Riechtests hatten, ein um bis zu 50 % erhöhtes Risiko tragen, eine Demenz zu entwickeln. Geruchsforscher gehen davon aus, dass Riechstörungen bis zu zehn Jahre vor den ersten kognitiven Symptomen einer Demenz auftreten können.
Gerüche und Düfte können unangenehm sein
Auch wenn die Riechfähigkeit vorhanden ist – Sie müssen bei jedwedem Einsatz von Duftstoffen und Aromen den Pflegebedürftigen gut beobachten. Da der Geruchssinn allgemein abnimmt, ist es ggf. notwendig, mehr Aroma bzw. Duft zu erzeugen, als Sie es persönlich bevorzugen würden, um den Betroffenen zu erreichen. Dokumentieren Sie daher unbedingt den Effekt der Anwendung. Die Anwendung ist im Rahmen der Körperpflege ebenso möglich wie im Rahmen einer Einreibung, Massage oder als Raumduft (Vernebler, Aromalampen).
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