CHECK

So prüfen Sie, ob die Theorie in der Praxis ankommt

Stellen Sie sich vor: In Ihrer Einrichtung wurde der neue Expertenstandard mit großem Engagement eingeführt. Doch nach einigen Wochen häufen sich die Rückmeldungen, dass Wundverläufe sich in einigen Fällen nicht […]

Jutta Althoff

12.08.2025 · 3 Min Lesezeit

Stellen Sie sich vor: In Ihrer Einrichtung wurde der neue Expertenstandard mit großem Engagement eingeführt. Doch nach einigen Wochen häufen sich die Rückmeldungen, dass Wundverläufe sich in einigen Fällen nicht so optimal entwickeln wie erhofft.

Besondere Anforderungen bei Demenz meistern

Die Implementierung bei Pflegekunden mit kognitiven Beeinträchtigungen wie Demenz zu überprüfen, erfordert einen besonders sensiblen und adaptierten Ansatz. Der Fokus verlagert sich von direkter verbaler Kommunikation hin zur Beobachtung der Pflegepraxis und Einbeziehung von Bezugspersonen. Mit diesen Checklisten stellen Sie sicher, dass die geplanten Maßnahmen auch in der Praxis ankommen.

Checkliste: Implementierung des Expertenstandards „Chronische Wunden“
PrüfpunktJaNeinTnzBemerkungen
1. Vorbereitung und Planung
Alle relevanten Mitarbeitenden wurden über die Änderungen informiert und geschult. 
Aktuelle Schulungsunterlagen und Informationsmaterialien sind für alle zugänglich. 
Neue Prozesse und Abläufe sind in den Arbeitsanweisungen und Pflegestandards aktualisiert und kommuniziert. 
Zuständigkeiten für die Umsetzung und Evaluierung der Maßnahmen sind klar definiert. 
2. Durchführung und Dokumentation
Bei allen Pflegekunden mit chronischen Wunden oder einem erhöhten Risiko für deren Entwicklung wird eine regelmäßige Risikoeinschätzung durchgeführt und dokumentiert. 
Jede chronische Wunde wird bei Erstversorgung und in regelmäßigen Abständen spätestens alle 4 Wochen beurteilt (Lokalisation, Größe, Exsudation, Geruch, Schmerz, Wundgrund, Wundrand, Umgebung). 
Die Wundtherapie ist beschrieben (laut ärztlicher Verordnung). 
Die Wundverläufe und die durchgeführten Maßnahmen sind vollständig erfasst. 
Die Wundreinigung wird nach den aktuellen hygienischen Standards durchgeführt. 
Bei Bedarf werden schmerzlindernde Maßnahmen im Zusammenhang mit der Wundversorgung ergriffen und dokumentiert. 
Der Ernährungszustand wird regelmäßig erfasst und bei Bedarf Maßnahmen zur Förderung der Ernährung eingeleitet. 
Es werden geeignete druckentlastende Maßnahmen und Hilfsmittel eingesetzt und deren Wirksamkeit evaluiert. 
Die Kompressionstherapie wird gemäß ärztlicher Anordnung durchgeführt und deren Wirksamkeit überwacht. 
3. Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Die Information an den Arzt erfolgt auch bei Veränderungen und ist dokumentiert. 
Ein regelmäßiger Austausch und eine enge Zusammenarbeit zwischen Pflegekräften, Wundexperten, Ärzten, Physiotherapeuten, Podologen, etc. finden statt. 
Es gibt klare Kommunikationswege und Absprachen bei Wundkomplikationen oder Verschlechterungen des Wundzustandes. 
4. Schulung und Beratung der Betroffenen/Angehörigen
Ihre Pflegekunden und deren Angehörigen werden angemessen über den Wundzustand, die Behandlungsziele und die notwendigen Maßnahmen informiert und beraten. 
Die aktive Beteiligung der Betroffenen und Angehörigen (sofern möglich und gewünscht) wird gefördert. 
Das individuelle Wohlbefinden der Pflegekunden wird erfragt und berücksichtigt. 
5. Ergebnisse und Maßnahmen
Gibt es Auffälligkeiten in der Dokumentation, die auf Mängel in der Umsetzung hindeuten? 
Gibt es Abweichungen von den neuen Prozessvorgaben in der tatsächlichen Praxis? 
Sind positive Entwicklungen bereits erkennbar? 

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