Die Ursachen für Eskalationen bei uns in der Altenhilfe sind vielfältig und selten als „böswillig“ zu bewerten. Häufig haben unsere Pflegekunden Angst, sind desorientiert, haben Schmerzen oder das Gefühl des Kontrollverlusts. Der Alltag in unseren Einrichtungen ist für viele ein tiefer Einschnitt in ihre Selbstbestimmung.
Wo setzt die Gefährdungsbeurteilung beim Gewaltschutz an?
Die Gefährdungsbeurteilung ist der zentrale Einstiegspunkt für jedes Gewaltschutzkonzept im Arbeitsschutz. Rechtlich verankert im Arbeitsschutzgesetz, verpflichtet sie Ihre oberste Leitung dazu, alle arbeitsbedingten Gefährdungen systematisch zu erfassen, zu bewerten und geeignete Maßnahmen abzuleiten. Zu den Gefährdungsfaktoren zählt ausdrücklich auch Gewalt gegen Mitarbeitende. Die Beurteilung setzt nicht nach einem Vorfall an, sondern präventiv bei den Situationen im Pflegealltag, z. B. bei der Körperpflege.
Welche Rolle spielt Empathie bei der Gefährdungsbeurteilung?
Empathie bei der Gefährdungsbeurteilung ist in den meisten Einrichtungen kein explizites Thema. Häufig sind die Fachkräfte für Arbeitssicherheit Ingenieure und kommen nicht aus der Pflege. Ihnen sind die technischen und organisatorischen Gefährdungen sehr gut bekannt – die weichen Faktoren, aus denen psychische Belastungen entstehen können, jedoch oft nicht. Und dazu gehört auch die Gewalt. Dabei kann Empathie auf mehreren Ebenen wirken:
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