Kommt es Ihnen manchmal auch so vor, als wären Sie für alles und jeden in Ihrer Einrichtung zuständig? Ständig steht jemand an der Tür und möchte etwas von Ihnen. Das ist einerseits gut, da Ihr Rat gefragt ist. Beugen Sie einem Burn-out vor!
Deswegen ist es wichtig, dass Sie auch in der Lage sind, ab und an Grenzen zu ziehen und deutlich zu machen, welcher Themen Sie sich annehmen und welcher nicht. Ich erlebe selbst immer wieder folgende Situationen:
Im Haus „Südheim“ ist es seit vielen Jahren üblich, dass die PDL als Notnagel für alles gilt. Bekommen die Wohnbereichsleitungen ihre Dienstpläne nicht fertig, dann sitzt die PDL noch gegen Ende des Monats in der Nacht am PC und bastelt die Dienste für den Folgemonat zusammen. Wenn mal wieder Not am Mann ist, ist es für alle Mitarbeiter selbstverständlich, dass man die PDL anrufen kann – und diese dann auch einspringt. Als Elisabeth Grau, langjährige PDL der Einrichtung, in den Ruhestand geht, übernimmt die neue Kollegin Tina Dressler ihre Leitungsstelle. Frau Dressler missfällt dieser Arbeitsstil absolut, und sie beendet diese permanenten „Einspringdienste“ sofort. Zunächst sind die Mitarbeiter fassungslos. Nach einigen Monaten ist aber allen klar, dass die PDL eben nicht der Notnagel für alles und jeden ist. Frau Dressler hat erfolgreich Grenzen gesetzt und kann sich nun um ihre originären Aufgaben kümmern.
WIE KOMMT MAN AUS DEM HAMSTERRAD HERAUS?
Vielleicht haben Sie sich in dem Beispiel wiedererkannt. Sind Sie eher der Typ „Elisabeth Grau“ oder eher der Typ „Tina Dressler“? Sicherlich haben beide Führungstypen ihre Vorzüge. Und sicherlich sind einzelne Herangehensweisen der beiden Typen im passenden Moment auch richtig und führen nicht zu einer Überlastung. Aber eines ist sicher: Entweder hatte Elisabeth Grau kein Privatleben und keine Hobbys (weswegen sie auch ständig alles in der Arbeit Anfallende kompensieren konnte), oder sie hat unter der Situation auch gelitten. Es besteht sogar die große Gefahr, dass ein solcher Führungstyp irgendwann im Burn-out landet. Doch wie kommt man aus diesem Hamsterrad heraus? Es klingt so einfach: Indem man übt, einfach auch mal Nein zu sagen. Was Ihnen dabei grundsätzlich schon mal weiterhilft: Als Führungskraft dürfen Sie auch Nein sagen und Aufgaben an Mitarbeiter delegieren. Und aus Ihrem eigenen Arbeitskontext wissen Sie vielleicht auch: Führungskräfte, die Grenzen ziehen und nicht jeden Ball annehmen, sind deutlich entspannter und werden aufgrund ihrer klaren Haltung auch eher respektiert.
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