Leserfragen

„Soll ich die Einarbeitung übergeordnet übernehmen?“

„In unserem Seniorenpflegeheim kommt es leider immer wieder vor, dass neue Kollegen nach ein paar Wochen gleich wieder kündigen. Bei der Ursachenforschung haben meine Einrichtungsleitung und die PDL jetzt herausgefunden, […]

Nicole Ott

24.09.2025 · 1 Min Lesezeit

„In unserem Seniorenpflegeheim kommt es leider immer wieder vor, dass neue Kollegen nach ein paar Wochen gleich wieder kündigen. Bei der Ursachenforschung haben meine Einrichtungsleitung und die PDL jetzt herausgefunden, dass die schlechte Einarbeitung wohl einer der Hauptgründe dafür ist. Ich wurde nun gefragt, ob ich in Zukunft als komplett freigestellte Praxisanleiterin arbeiten möchte. In 50 % meiner Arbeitszeit soll ich mich um die Azubis kümmern und in 50 % soll ich alle neuen Mitarbeiter gescheit einarbeiten. Ist das sinnvoll?“

Meine Antwort: Ich finde es toll, dass Ihre Einrichtungsleitung und die PDL den Handlungsbedarf im Bereich Einarbeitung erkannt haben. Es geht dabei ja nicht nur darum, Fachwissen und bewährte Arbeitsabläufe an die neuen Kollegen zu vermitteln, sondern es geht auch darum, dem neuen Mitarbeiter das zwischenmenschliche Ankommen im Pflegeheim und im Team zu erleichtern.

Ihn proaktiv zum gemeinsamen Frühstück mitzunehmen ist dabei genauso wichtig, wie ihm alle Bewohner und ihre Eigenheiten vorzustellen. Nach meiner Berufserfahrung wird wirkliche Qualität am besten dann erreicht, wenn wichtige Aufgaben zentralisiert werden. Sie wären in diesem Fall die Einarbeitungspatin, die allen neuen Kollegen mit Rat und Tat zur Seite steht. Ich kann mir vorstellen, dass diese Arbeit (in Kombination mit der Ausbildungsbetreuung) total zufrieden macht. Ich empfehle Ihnen daher, das bisherige Einarbeitungskonzept auf den Prüfstand zu stellen und genau auszuarbeiten, wie Sie sich die neue Einarbeitung in Zukunft vorstellen:

  • Welcher Umfang ist sinnvoll?
  • Nach welchem Konzept wollen Sie vorgehen?
  • Ergibt es Sinn, je Berufsgruppe eigene Einarbeitungskonzepte zu erstellen?
  • Welche Inhalte sollten die verschiedenen Einarbeitungskonzepte haben?
  • Macht es auch schon Sinn, wenn Sie Probearbeitstage oder in Zukunft sogar das Vorstellungsgespräch begleiten?
  • Wer kann Sie bei Abwesenheit vertreten?
  • usw.

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