„Ich arbeite als Praxisanleiter in einem ambulanten Pflegedienst. Wir haben seit Kurzem eine Auszubildende im Praxiseinsatz, die in unserem örtlichen Krankenhaus ihre Ausbildung macht. Sie hat mir in der 2. Woche gesagt, dass sie zuerst totale Horror-Vorstellungen vor dem Einsatz bei uns hatte, nun aber das Gegenteil eingetreten ist: Sie fühlt sich so wohl wie noch bei keinem anderen Praxisort! Ich finde sie auch klasse, sie kommt gut bei unseren Pflegekunden an, kann arbeiten und ist sehr wissbegierig. Ich frage mich jetzt: Soll ich sie zu einem Wechsel zu uns überreden?“
Meine Antwort: Es ist toll, dass sich die Auszubildende bei Ihnen so wohlfühlt und dass auch Sie mit ihr zufrieden sind. Bezüglich eines Wechsels rate ich Ihnen, offen mit der Auszubildenden zu sprechen. Kann sie sich das vorstellen, wünscht sie es sich sogar? Skizzieren Sie die Vor- und Nachteile übersichtlich.
Dabei sind besonders diese beiden Punkte wichtig:
- Der Wechsel zu Ihnen bedeutet ja leider nicht, dass sie die restliche praktische Ausbildungszeit dann im ambulanten Dienst absolvieren wird. Sie muss weiterhin alle Pflichteinsätze erfüllen und wird deshalb weiterhin viel unterwegs sein. Ich weiß mittlerweile aus eigener Erfahrung: Vielen Auszubildenden fallen gerade diese andauernden Wechsel der Einsatzorte nicht leicht. Das wird sie aber (leider) weiterhin haben.
- Der Wechsel des praktischen Ausbildungsträgers sollte immer auch mit der Pflegefachschule abgestimmt werden. Unter Umständen müssen dann Anpassungen in der 3-jährigen Planung erfolgen, denn Sie wissen: Den Orientierungseinsatz mit 400 Stunden und den Vertiefungseinsatz mit 500 Stunden müssen die Auszubildenden immer beim eigenen Träger absolvieren. Eine Rücksprache mit der Schule lege ich Ihnen beiden also dringend ans Herz.

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