Eine nachhaltige Qualität in der Mundgesundheit zeigt sich dort, wo Standardkonzepte an ihre Grenzen stoßen. Besonders bei Menschen mit Demenz, in der palliativen Begleitung oder bei akuten Beschwerden im Mundraum entscheidet das feinfühlige, fachspezifische Handeln der Pflegekräfte über die Lebensqualität der Klienten. Nutzen Sie die folgenden Erkenntnisse für Ihre Teams, um auch in komplexen Situationen die bestmögliche Sicherheit und Wohlbefinden zu gewährleisten.
1. Spezifische Maßnahmen bei Menschen mit Demenz
Bei Menschen mit kognitiven Einschränkungen ist die Mundpflege hochgradig sensibel. Abwehrverhalten ist fast nie böse Absicht, sondern oft eine Angstreaktion. Folgende Ansätze unterstützen einen Zugang zum Klienten:
- Nehmen Sie den Kontakt immer auf Augenhöhe und von vorne oder leicht seitlich auf. Vermeiden Sie es strikt, an den Klienten von hinten heranzutreten, um Schreckreaktionen zu verhindern.
- Schaffen Sie eine ruhige Atmosphäre ohne Hektik oder laute Nebengeräusche. Stellen Sie sämtliche Pflegeutensilien vorab bereit, aber halten Sie diese zunächst aus dem direkten Sichtfeld, um den Klienten nicht zu verunsichern oder abzulenken.
- Suchen Sie vor Beginn bewussten Blickkontakt und sprechen Sie den Klienten ruhig an.Kündigen Sie den Beginn der Pflege durch eine beruhigende Berührung an, beispielsweise am Unterarm oder an der Schulter, bevor Sie die Bürste zum Gesicht führen.
- Fördern Sie vorhandene Fähigkeiten, indem Sie Bewegungsabläufe sanft anbahnen. Führen Sie die Hand des Klienten mit der Bürste gemeinsam zum Mund. Oft setzt das Gedächtnis die vertraute Bewegung dann eigenständig fort. Bleiben Sie begleitend unterstützend an seiner Seite.
- Spiegeln Sie die Handlung wider. Manchmal hilft es, wenn die Pflegekraft die Bewegung des Zähneputzens parallel bei sich selbst vormacht.
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