Beziehungsgestaltung bei Demenz

Stille Schuld: So stärken Sie das Selbstwertgefühl von Menschen mit Demenz durch Dankbarkeit

„Das kann ich doch niemals bezahlen.“ Mit diesen Worten verweigerte eine an Demenz erkrankte Frau in einer Einrichtung wiederholt die Teilnahme an Gruppenaktivitäten. Andere – Sie als Pflegeprofis kennen das […]

Jochen Gust

28.08.2025 · 3 Min Lesezeit

„Das kann ich doch niemals bezahlen.“ Mit diesen Worten verweigerte eine an Demenz erkrankte Frau in einer Einrichtung wiederholt die Teilnahme an Gruppenaktivitäten. Andere – Sie als Pflegeprofis kennen das Phänomen aus eigener Arbeit – weigern sich zu essen oder zu trinken. Nicht selten hat das den Grund, dass Betroffene sich mittellos fühlen – Sorge haben, nicht bezahlen zu können.

Wenn Geben nicht mehr möglich scheint

Die meisten Menschen wollen niemandem etwas schuldig bleiben. Es ist kein gutes Gefühl. Menschen mit Demenz geht das nicht anders. Situationen wie oben beschrieben sind in der Pflege keine Seltenheit – und doch wird der dahinterliegende psychologische Mechanismus häufig unterschätzt. Der Wunsch, sich erkenntlich zu zeigen, ist ein zutiefst menschliches Bedürfnis. Er prägt Beziehungen, stärkt das Selbstwertgefühl – und gerät bei Pflegebedürftigkeit zunehmend aus dem Gleichgewicht.

Wenn pflegebedürftige Menschen – etwa aufgrund einer Demenz – nicht mehr verstehen, dass Leistungen bereits bezahlt oder unentgeltlich sind, entsteht ein innerer Konflikt: Statt Dankbarkeit zu zeigen, erleben sie Scham oder Schuld. Für Sie als Pflegefachpersonen ist das eine stille, aber relevante Herausforderung.

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