Pflegewissen für Profis

Umgang mit Suizidalität

Der Umgang mit suizidalen Menschen gehört zu den herausforderndsten Situationen in Ihrem Berufsalltag. Doch woran erkennen Sie eine konkrete Suizidgefahr? Welche Gesprächsstrategien sind hilfreich? Dieser Artikel sensibilisiert für Warnzeichen und […]

Bernd Hoffmann

21.04.2025 · 4 Min Lesezeit

Der Umgang mit suizidalen Menschen gehört zu den herausforderndsten Situationen in Ihrem Berufsalltag. Doch woran erkennen Sie eine konkrete Suizidgefahr? Welche Gesprächsstrategien sind hilfreich? Dieser Artikel sensibilisiert für Warnzeichen und gibt Ihnen konkrete Handlungsempfehlungen zum Umgang mit den Betroffenen.

Definition von Suizidalität

Suizidalität umfasst sämtliche Emotionen, Gedanken und Verhaltensweisen eines Menschen, die darauf abzielen, das eigene Leben zu beenden. Dies kann entweder aktiv oder durch ein bewusstes Unterlassen geschehen, z. B. durch Nahrungsverzicht. Die Betroffenen empfinden ihre aktuelle Lebenssituation oft als unerträglich und sehen keinen anderen Ausweg, als dem Leben ein Ende zu setzen. Häufig ist diese sprichwörtliche „Lebensmüdigkeit“ mit einer psychischen Erkrankung, chronischen Schmerzen oder besonders belastenden Lebensereignissen verbunden.

Fallbeispiel: Herr Munke lebt seit einigen Monaten im Pflegeheim. Nachdem seine Frau im letzten Jahr verstorben ist, kam er zu Hause nicht mehr allein zurecht. Er zieht sich zunehmend zurück, verlässt sein Zimmer kaum noch. Es benötigt viel Überredungskunst, um ihn zum Essen zu überreden – manchmal weist er Mahlzeiten komplett zurück. Auch Dinge, die ihm früher Freude machten, bereiten ihm diese heute mehr. Nicht einmal am Fußball-Stammtisch möchte er teilnehmen, obwohl seine Tochter den Pflegekräften erzählte, dass er immer ein echter „Stadiongänger“ war. In Gesprächen sagt er wiederholt Dinge wie: „Das Leben ist für mich nicht mehr lebenswert.“ Einem Pfleger hat er gestern sogar seine Armbanduhr angeboten, da er „hierfür bald eh keine Verwendung mehr“ habe, wie er sagte.

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