Die Arbeit mit Menschengruppen ist kompliziert, weil viele Persönlichkeiten, Wünsche und Bedürfnisse aufeinanderprallen. Und sie prallen nicht nur aufeinander, sie sollen auch unter einen Hut gebracht werden. Deswegen ist es wichtig, die Frage zu stellen, was eigentlich die Gruppe braucht, wenn sie einen alten Bekannten verliert und eine neue Person dazu bekommt.
Sobald zwei Personen miteinander in Kontakt kommen, entsteht eine Dynamik. Dynamik meint dabei die verschiedenen Arten, wie Menschen miteinander umgehen, z. B. liebevoll, misstrauisch, freundlich oder abweisend. Wenn mehrere Menschen auf engem Raum Kontakt haben, entstehen häufig vielfältige und lebhafte Dynamiken, denn jede Person hat mit jeder einzelnen anderen Person eine eigene Dynamik. D. h., bei zwei Personen haben wir eine Dynamik, bei drei Personen bereits drei Dynamiken und bei vier Personen sind es bereits sechs Dynamiken. Das Schaubild zeigt einmal die Dynamiken von vier Personen auf.
Beispiel: Bei der Gruppe handelt es sich um ein Team der Sozialen Betreuung. Es besteht aus Anna, Maria, Petra und Tina. Anna und Maria sind Freundinnen. Anna und Tina verstehen sich nicht gut und sind häufig unterschiedlicher Meinung. Petra und Anna können gut zusammenarbeiten. Tina und Petra haben immer wieder Meinungsverschiedenheiten. Petra und Maria haben wenig Berührungspunkte. Maria und Tina verstehen sich gut und finden Kompromisse, wenn sie unterschiedlicher Meinung sind. Wie das Schaubild darstellt, haben wir vier Personen und vier einzelne Beziehungen. D. h., wir haben 3 unterschiedliche Dynamiken, nämlich eine freundschaftliche, eine konflikthafte und eine lösungsorientierte.
GRUPPEN SIND KOMPLIZIERT
Jeder einzelne Mensch bringt eigene Erfahrungen, Wünsche, Bedürfnisse und Ideen davon mit, wie das Leben „richtig“ geführt wird. Ein Beispiel dafür wäre die Frage, wann die „richtige“ Frühstückszeit ist. Die Antworten können zwischen 6 Uhr morgens bis 12 Uhr mittags alles beinhalten, inklusive einer Diskussion, ob es sich ab 11 Uhr nicht eher um Brunch handelt, und die Argumentation, dass die richtige Frühstückszeit vom Wochentag abhängt. Oder anders ausgedrückt: Gruppen sind kompliziert, weil viele Menschen mit unterschiedlichen Vorstellungen aufeinanderprallen.
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