Leserfragen

Uneinheitliche Kommunikation im Team

Frage: „In unserem Team gibt es immer wieder Situationen, in denen einzelne Pflegekräfte Bildkarten oder Gesten zur Verständigung einsetzen, andere aber nicht. Dadurch kommt es zu Missverständnissen und Frust bei […]

Lydia Lebelt

22.09.2025 · 1 Min Lesezeit

Frage: „In unserem Team gibt es immer wieder Situationen, in denen einzelne Pflegekräfte Bildkarten oder Gesten zur Verständigung einsetzen, andere aber nicht. Dadurch kommt es zu Missverständnissen und Frust bei den Bewohnern. Besonders problematisch ist es, wenn eine Person ein Hilfsmittel eingeführt hat, dieses aber nicht von allen Kollegen genutzt wird. Wie können wir verhindern, dass gute Ideen ins Leere laufen, weil die Teamkommunikation nicht funktioniert?“ (Jonas M., Augsburg)

Antwort: Unterstützte Kommunikation entfaltet ihre Wirkung nur, wenn sie im Team abgestimmt ist und konsequent angewendet wird. Einzelne Mitarbeiter können wertvolle Ideen einbringen, doch ohne gemeinsame Absprache bleibt der Effekt gering. Für Bewohner wirkt es irritierend, wenn eine Geste einmal Bedeutung hat und ein anderes Mal ignoriert wird. Eine verlässliche Kommunikation entsteht nur, wenn alle Beteiligten dieselben Hilfsmittel kennen und nutzen. Ein verbindliches Vorgehen ist notwendig. Neue Hilfsmittel sollten zunächst im Team vorgestellt und ausprobiert werden. Wenn sich eine Methode bewährt, wird sie in die Pflegeplanung aufgenommen, dokumentiert und für alle sichtbar hinterlegt. Dazu kann ein kurzer Hinweis im Zimmer oder in der Pflegedokumentation gehören, der erklärt, wie die Verständigung funktioniert. Neue Kollegen müssen diese Informationen bei der Einarbeitung erhalten. Besonders wirksam ist es, einheitliche Kommunikationsregeln als festen Bestandteil der Teamabsprachen festzulegen. Dazu gehört, dass Bildkarten oder bestimmte Gesten nicht nur von einzelnen Personen, sondern von allen genutzt werden. Dies kann in Dienstbesprechungen oder Pflegevisiten vereinbart werden. Ein Team, das über einheitliche Rituale verfügt, vermittelt Sicherheit und Verlässlichkeit. Bewohner lernen, dass bestimmte Zeichen oder Handlungen eine klare Bedeutung haben. Das spart Zeit, reduziert Konflikte und verbessert die Pflegequalität. Die Leitungskräfte haben eine besondere Verantwortung, diesen Prozess aktiv zu begleiten. Sie können durch klare Vorgaben und unterstützende Materialien sicherstellen, dass neue Methoden verbindlich genutzt werden. Auch kurze Rückmeldungen in Übergaben oder Pflegebesprechungen helfen, den Überblick zu behalten und Fragen zu klären. Nur wenn alle Beteiligten informiert sind, entstehen klare Strukturen. Wer sich auf gemeinsame Zeichen und Hilfsmittel verlassen kann, sorgt für mehr Sicherheit und bessere Verständigung – sowohl für die Bewohner als auch für das gesamte Team.

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