Thema: So etablieren Sie eine Fehlerkultur

Unser Ziel sollte sein: aus kritischen Ereignissen lernen

Bis vor einigen Jahren hat das Kuratorium Deutsche Altershilfe eine Onlineplattform betrieben, auf der Pflegende sich anonymisiert über kritische Ereignisse austauschen konnten. Leider wurde diese Plattform wenig genutzt und dann […]

Sandra Herrgesell

13.01.2025 · 1 Min Lesezeit

Bis vor einigen Jahren hat das Kuratorium Deutsche Altershilfe eine Onlineplattform betrieben, auf der Pflegende sich anonymisiert über kritische Ereignisse austauschen konnten. Leider wurde diese Plattform wenig genutzt und dann eingestellt. Nun wird die gemeinnützige Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) den Gedanken des gemeinsamen Lernens aus kritischen Ereignissen wieder aufgreifen. Auslöser ist, dass im Rahmen der „Konzentrierten Aktion Pflege“ die Entwicklung eines bundesweiten, einrichtungsübergreifenden Berichtsund Lernsystems für die Langzeitpflege vereinbart wurde. Eine Rechtsgrundlage gibt es derzeit für die Altenhilfe noch nicht, jedoch z. B. für Krankenhäuser.

ZQP entwickelt ein Portal zu kritischen Ereignissen

Ein Critical Incident Reporting System, abgekürzt CIRS, ist im Krankenhausalltag schon seit Jahren verpflichtend einzuführen. Zielsetzung ist es, dass kritische Ereignisse oder Beinahe-Ereignisse anonym gemeldet werden können, um daraus zu lernen. Das ZQP will nun ein solches zentrales System anbieten, in dem professionell Pflegende Ereignisse aus ihrem Berufsalltag schildern können. Auch sollen sie Empfehlungen dazu bekommen, wie sich derartige Ereignisse vermeiden lassen und was sich in vergleichbaren Fällen bewährt hat. Eine Verbindung zu der meldenden Person oder der Einrichtung, in der sie arbeitet, soll nicht hergestellt werden können. Hier liegt natürlich oft eine große Sorge bei Mitarbeitenden und betrieblichen Interessenvertretungen. Aus diesem Grund werden zum Schutz der Mitarbeitenden Betriebsvereinbarungen abgeschlossen.

Wann und wie geht es los und wer ist beteiligt?

Das Portal soll voraussichtlich im Frühjahr startklar sein. Es kann über alle gängigen Endgeräte aufgerufen werden. Pflegekräfte können hier dann über beobachtete oder selbst verursachte kritische Ereignisse berichten. Ein Team aus Experten und Expertinnen befasst sich mit den Berichten und erstellt Empfehlungen, die dann zusammen mit den Berichten anonym veröffentlicht werden.

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