Dokumentation

Verhalten richtig dokumentieren oder: Wer fordert hier eigentlich wen heraus?

Kürzlich hatte ich in einem Audit mit Kunden eine interessante Diskussion. In der strukturierten Informationssammlung wurden herausfordernde Verhaltensweisen eines Gastes in einer Tagespflege beschrieben. In etwa so: „Gast läuft immerzu […]

Sandra Herrgesell

13.04.2026 · 4 Min Lesezeit

Kürzlich hatte ich in einem Audit mit Kunden eine interessante Diskussion. In der strukturierten Informationssammlung wurden herausfordernde Verhaltensweisen eines Gastes in einer Tagespflege beschrieben. In etwa so: „Gast läuft immerzu auf und ab. Isst nur im Gehen oder im Stehen. Ist unruhig und möchte in der Küche immer dabei sein. Beruhigt sich, wenn morgens Finger-Food bereitsteht und er viel Ansprache hat.“

Gegenstand unserer Diskussion wurde die Frage, für wen denn nun das Verhalten eigentlich herausfordernd ist. Ich habe aus der Dokumentation herausgelesen, dass der Gast sich gut einfindet in der Tagespflege mit individuellen Maßnahmen. Und außerdem, dass das Verhalten des Gastes für niemanden eine Gefahr darstellt. Die Mitarbeitenden haben mir berichtet, sie seien so darauf „geeicht“, herausfordernde Verhaltensweisen zu dokumentieren, dass sie das dann eben unter dem Stichwort aufgeschrieben haben.

Was ist denn nun herausforderndes Verhalten?

Herausforderndes Verhalten beschreibt Handlungen von pflegebedürftigen Menschen, die für das Umfeld, z. B. für Pflegende, Angehörige oder andere Pflegekunden, schwierig, belastend oder irritierend sind. Dazu zählen z. B.:

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