Demenz im Spätstadium

Verunsicherung am Lebensende – wie Sie Angehörige professionell im Endstadium unterstützen

Als Pflegefachperson gehört die Begleitung von Menschen mit Demenz auch am Lebensende dazu. Auch wenn manche Vorgänge und Abläufe für Sie Routine werden – für An- und Zugehörige der Betroffenen […]

Jochen Gust

26.05.2025 · 2 Min Lesezeit

Als Pflegefachperson gehört die Begleitung von Menschen mit Demenz auch am Lebensende dazu. Auch wenn manche Vorgänge und Abläufe für Sie Routine werden – für An- und Zugehörige der Betroffenen sind diese ungewöhnlich und herausfordernd. Emotional belastet entstehen Fragen, insbesondere da Betroffene mit Demenz sich meist schon länger zuvor nicht mehr klar zum eigenen Zustand äußern konnten. Sie können Angehörigen zur Seite stehen und Ängste und Verunsicherung nehmen.

Übersicht: Endstadium und Sterbeprozess – Fragen und Antworten
Fragen von AngehörigenAntwort/Unterstützung durch Pflegefachpersonen
„Hat er/sie Schmerzen?“Beobachtungen weitergeben (z. B. Mimik, Körpersprache). Pflege kann Schmerzen erkennen, dokumentieren und ärztliche Versorgung einleiten. Erklären Sie, worauf Sie achten und wie Sie prüfen.
„Warum isst und trinkt er/sie nichts mehr?“Erklären, dass Appetit und Durst am Lebensende meist natürlich nachlassen. Essen und Trinken soll angeboten, aber nicht erzwungen werden.
„Müssen wir ihn/sie nicht ins Krankenhaus bringen?“Abwägen, ob eine Verlegung sinnvoll oder belastend wäre. Informieren Sie über palliative pflegerische Maßnahmen vor Ort und die Zusammenarbeit mit Dritten (Hausarzt, spez. Palliativpflege etc.).
„Was ist jetzt noch wichtig – was kann ich tun?“Bestärken Sie Angehörige, einfach da zu sein: Nähe, Berührung, ruhige Worte. Regen Sie ggf. einfache Rituale oder Entspannungsmethoden an.
„Wie erkenne ich, dass der Tod naht?“Hinweise geben (z. B. Atemveränderungen, blasse Haut, Rückzug). Pflege kennt diese Zeichen und kann Sicherheit vermitteln.
„Leidet mein Angehöriger?“Pflege beobachtet und dokumentiert das Befinden, sorgt für Linderung (z. B. bei Atemnot, Schmerzen, Unruhe). Erklären Sie, worauf Sie achten und wie Symptome aussehen.
„Sollten wir doch künstlich ernähren oder Flüssigkeit geben?“Aufklären über Nutzen und Risiken künstlicher Ernährung/Flüssigkeitsgabe. Unterstützen Sie ggf. beim Finden einer individuellen Entscheidung.
„Darf ich ihn/sie anfassen oder bewegen?“Berührungen sind oft tröstlich. Zeigen Sie ggf., wie sanfte Nähe gestaltet werden kann und anhand welcher Reaktionen Sie beurteilen, ob dies als angenehm empfunden wird.
„Was passiert, wenn er/sie jetzt stirbt – was ist zu tun?“Klären Sie über den Ablauf auf (z. B. Arzt verständigen, Verabschiedung ermöglichen) und unterstützen Sie beim Umgang mit dem Todesfall.

Mein Tipp: Letzte-Hilfe-Kurse vermitteln Sicherheit

In immer mehr Regionen gibt es für Angehörige von Pflegebedürftigen sogenannte „Letzte-Hilfe-Kurse“. In diesen wird, ohne dass medizinisches oder pflegerisches Vorwissen benötigt wird, Angehörigen wichtiges Wissen vermittelt.

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