Bewohner bringen oft Fähigkeiten mit, die im Alltag schnell übersehen werden. Wenn Sie vorhandene Stärken bewusst einbeziehen, unterstützen Sie Selbstständigkeit und vermeiden unnötige Risiken. Eine ressourcenorientierte Haltung schafft Sicherheit und fördert Teilhabe.
Es ist 7:30 Uhr auf dem Wohnbereich. Pflegekraft Schwester Moni wäscht Herrn Weber zügig im Bett. „Das geht schneller und am Waschbecken ist er mir gestern fast weggerutscht“, begründet sie ihr Handeln. Herr Weber lässt es geschehen, seine Arme liegen passiv auf der Decke. Was hier wie effiziente Pflege aussieht, ist in Wahrheit der Beginn eines gefährlichen Kreislaufs: der erlernten Hilflosigkeit.
Das Paradoxon der „guten“ Pflege
Viele Pflegekräfte definieren ihre Arbeit unbewusst über das Tun: Waschen, Cremen und Essenreichen. Wer viel macht, gilt als fleißig. Wer nur danebensteht und anleitet, fühlt sich oft untätig.
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