Ich erinnere mich noch genau an eine meiner ersten Arztvisiten als junge Pflegefachkraft vor etwa 20 Jahren. Die Ärztin kam wie immer im schnellen Schritt auf den Wohnbereich, die Patientenakte schon halb aufgeschlagen unterm Arm. Sie fragte mich kurz und knapp zwischen Tür und Angel nach der Wundheilung eines Bewohners. Eigentlich wusste ich genau, was Sache war. Ich hatte die Wunde am Vortag versorgt, die geröteten Wundränder gesehen und mir meine Gedanken gemacht. Aber in diesem Moment? Ich fing an leicht zu stottern. Ich druckste herum, sprach von „Es sieht eigentlich ganz gut aus“ und „Vielleicht sollten Sie sich die Wunde mal anschauen“. Das Ergebnis: Die Ärztin nickte kurz, ordnete etwas an, das ich eigentlich für unpassend hielt, und war schon wieder weg. Ich blieb zurück und fühlte mich alles andere als professionell. Kennen Sie solche Momente? Dieses Gefühl, fachlich eigentlich genau zu wissen, was zu tun ist, aber im entscheidenden Augenblick nicht die richtigen Worte zu finden?
Wenn Hände plötzlich sprechen müssen
Genau hier setzt das „Fachgespräch 2.0“ an. Wir müssen weg von dem Bild, dass wir nur die „helfenden Hände“ sind, die Anweisungen entgegennehmen. Mit den aktuellen Prüfrichtlinien hat sich unsere Rolle massiv gewandelt. Wir sind diejenigen, die den Pflege und Betreuungsprozess rund um die Uhr lenken. Das Fachgespräch ist dabei ein wichtiges Instrument – und zwar nicht nur, wenn der MD vor der Tür steht.
Dialog auf Augenhöhe statt Einbahnstraße
Ein echtes Fachgespräch findet auf Augenhöhe statt. Es ist der fachliche Dialog mit dem Team in der Übergabe, die fundierte Beratung der Angehörigen und eben auch die klare Ansage gegenüber Ärzten. Es geht darum, Beobachtungen in Fachsprache zu übersetzen und Entscheidungen logisch zu begründen. Warum ist diese Prophylaxe jetzt wichtiger als andere Maßnahmen? Warum muss das Risikomanagement genau so aussehen? Wer diese Fragen präzise beantwortet, beendet das bloße Rechtfertigen und beginnt mit der aktiven Steuerung.
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Die professionelle Praxishilfe erleichtert die Einführung, Umsetzung und Überwachung der neuen Qualitätsstandards in der Altenpflege, damit Sie dort Leistung zeigen, wo der MD sein Augenmerk hat.