Frage: „In letzter Zeit erlebe ich es häufiger, dass bei meinen Pflegekunden Katheter gelegt werden, die für mich keinen wirklichen Sinn haben. Gerade gestern kam ich nach 2 freien Tagen wieder auf die Arbeit und plötzlich hatte unsere Frau Schneider einen Blasenkatheter liegen. Auf meine Nachfrage meinte mein Kollege Stefan nur lapidar, dass ihr dieser sicher guttun würde, denn sie habe ja ständig das Gefühl, sie müsse zur Toilette. Jetzt könne sie sich bestimmt besser entspannen. Ich habe den Verdacht: Entspannung soll der DK vor allem für meine Kollegen leisten, denn nun müssen wir nicht mehr dauernd die Klingel von Frau Schneider fürchten. Das kann es aber doch nicht sein, oder?“
Antwort: Ich gebe Ihnen völlig recht. Einen Katheter allein aufgrund einer bestehenden Inkontinenz zu legen ist fachlich völlig falsch. Nun sollten Sie aber auch überlegen, wie Sie am klügsten in Ihrem Team argumentieren, damit Sie nicht als Quertreiberin dastehen. Ich empfehle Ihnen vor diesem Hintergrund, sich einfach auf die offiziellen fachlichen Richtlinien zu beziehen.
Im Bundesgesundheitsblatt 04/2015 nahm die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut im Artikel „Prävention und Kontrolle Katheter-assoziierter Harnwegsinfektionen“ Stellung zu den Indikationen, aber auch den Nichtindikationen für Blasenkatheter.
Als Beispiele für medizinisch begründete Anwendungen eines Katheters gelten:
Testen Sie jetzt „Praxis: Altenpflege“ und profitieren Sie von einer maßgeschneiderte Unterstützung für ambulante und stationäre Pflegefachkräfte!
Jede Ausgabe erleichtert Ihren Berufsalltag mit kompakt aufbereiteten pflegefachlichen Informationen, aktuellen Inhalten und direktem Praxisbezug. Speziell für examinierte Pflegefachkräfte, die in der ambulanten und stationären Altenpflege mit weniger Aufwand mehr erreichen möchten.