Frage: „Ich habe mich gestern mit unserer Auszubildenden richtig gut unterhalten. Wir haben darüber gesprochen, dass Medikamente ja zu den Sturzrisikofaktoren zählen. Uns ist klar: Bekommt ein Bewohner z. B. Psychopharmaka, dann ist gut nachvollziehbar, warum das die Sturzgefahr erhöht. Aber was ist mit den anderen Medikamentengruppen? Können diese auch Stürze begünstigen?“ (Andrea L., Koblenz)
Antwort: Ja, das kann durchaus sein! Sie haben recht, bei Psychopharmaka ist der Zusammenhang für uns alle recht logisch und nachvollziehbar. Bei anderen Wirkstoffgruppen gilt immer, zuerst zu schauen, was diese für den alten Menschen bedeuten, denn: Altersbedingt kommt es generell zu Veränderungen im Stoffwechsel und damit auch in der Wirkung und dem Abbau von Medikamenten. Die Gründe dafür sind:
- eine verminderte Ausscheidung über die Nieren
- ein evtl. niedriges Körpergewicht mit Veränderung der Verteilungsräume
- erschöpfte Kompensationsmöglichkeiten aufgrund der Gebrechlichkeit und
- die Verschiebung der Elektrolyte: Wasserlösliche Medikamente können dadurch z. B. in ihrer Wirkung eingeschränkt werden.
Zusätzlich oft der Fall: Die Multimorbidität unserer Bewohner führt zur Polypharmazie. Hier eine Tablette aufgrund dieser Diagnose, dort eine Tablette aufgrund dieses Gebrechens usw. Nicht selten nehmen unsere Pflegekunden mehr als 3–4 Tabletten am Tag. All diese Faktoren können sich auf das Gedächtnis, die Konzentrationsfähigkeit und die Gangstabilität auswirken. Ich empfehle Ihnen, die Medikation regelmäßig zu prüfen und mit dem Hausarzt zu besprechen.
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