Frage: „Meine Fachkraft-Kollegen, unsere PDL und ich wollen demnächst die Fallgespräche in unserem Pflegeheim wieder reaktivieren. Diese waren eine ganze Zeit lang eingeschlafen. Wir haben nun gemerkt, dass wir sie wieder regelmäßig führen sollten, denn sie sind für den fachlichen Austausch zu einem Bewohner einfach gut. Welche Inhalte sollten denn immer besprochen bzw. wie sollte das Protokoll dazu aufgebaut werden?“
Antwort: Prima, dass Sie die Fallgespräche wiederaufnehmen wollen! Ja, sie sind tatsächlich ein wichtiges Instrument in unserer professionellen Pflege und helfen uns, Lösungen zu finden. Ist ein Bewohner z. B. in seinem demenziellen Verhalten immer wieder auffällig oder ist es Zeit, dass sich alle Kollegen zu einem Neueinzug austauschen, ist das Fallgespräch das richtige Instrument. Ich empfehle Ihnen, das entsprechende Formular zuerst zu entwerfen. Es gibt für das eigentliche Gespräch dann die gute Struktur vor und hilft, an alles zu denken und nichts zu vergessen. Diese Punkte sollten in jedem Fall enthalten sein:
- Natürlich der Kopf mit allen Stammdaten: Datum, Ort, Teilnehmer, Name und Geburtsdatum des Bewohners, um den es geht, und Nennung seines Wohnbereichs,
- die Problembeschreibung,
- die Zielbeschreibung,
- und vor allem die Maßnahmenbeschreibung. Hier rate ich Ihnen, schon im Formular eine konkrete Tabelle einzufügen, auf der eingetragen werden kann: Was soll gemacht werden? Wann/in welchem Zeitraum? Von wem? Und wer überprüft es? Je genauer Sie das schon im Fallgespräch festzurren, desto größer sind die Chancen, dass die Umsetzung auch funktioniert.
- Abschließend fügen Sie noch ein freies Feld für das Datum der Wiedervorlage für die Evaluation ein und listen auf, an wen das Protokoll immer zur Kenntnis gehen soll (z. B. QM, PDL, Einrichtungsleitung usw.).
Mein Tipp: Sorgen Sie auf jeden Fall für eine gezielte Nacharbeit. Nur dann werden beschlossene Maßnahmen auch wirklich langfristig umgesetzt. Das ist für Nachhaltigkeit wichtig.
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