Wenn ein Mensch einmal integriert ist, bleibt das auch so? Mitnichten! Spätestens, wenn die Person eine Demenz hat, wird aus einer ersten Integration in die Gruppe und die (neue) Struktur meist ein sich stetig verändernder Integrationsprozess für den Betroffenen und alle anderen. Nutzen Sie Fragen der Verstehenshypothese, um diesen Prozess zu gestalten.
Das Verständnis, dass jedes Verhalten sinnvoll in der Welt der Person mit Demenz ist, ist die Grundhaltung des Qualitätsstandards „Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz“. D. h. nicht, dass jedes Verhalten gut oder richtig ist. Es heißt aber, dass jeder Mensch einen guten Grund für sein Verhalten hat.
Beispiel: Frau Bauer war Floristin und möchte, dass ihre Umgebung schön aussieht. Deswegen geht sie los und gestaltet einen Blumenstrauß mit allen Gegenständen, die sie finden kann. Dazu gehören auch eine saubere Klobürste, ein schwarzer Socken und eine weiße Unterhose, denn was wäre ein schöner Blumenstrauß ohne ein weißes Deckchen? Eine andere Bewohnerin sieht den Blumenstrauß und sagt skeptisch: „Das ist aber nicht richtig!“ Frau Bauer ist verwirrt, denn sie hat sich sehr viel Mühe mit dem Blumenstrauß gegeben.
„VERSTEH MICH BITTE!“
Warum hat Frau Bauer den Blumenstrauß zusammengestellt? Weil sie sich wohlfühlen wollte! Die Lösung für Frau Bauer kann sein, dass ihr Werk als Kunst ausgeschildert wird oder Sie den Strauß gemeinsam mit Frau Bauer noch schöner machen, indem die Unterhose gegen ein Deckchen und die Klobürste gegen eine Hortensiendolde getauscht wird.
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