Frage: Am kommenden Montag haben wir Pflegefachkräfte einen Qualitätszirkel mit unserer PDL. Dabei wollen wir einen Richtlinienstandard zur Aspirationsprophylaxe erstellen, weil einer Kollegin letztens aufgefallen ist, dass wir dazu noch gar keinen haben. Welche Maßnahmen sollten wir denn darin unbedingt nennen? Klar, das Gängigste wie z. B. die Oberkörperhochpositionierung bei der Nahrungsaufnahme kennt man – aber was finden Sie noch wichtig?
Antwort: Ich finde es schön, dass Sie einen neuen Richtlinienstandard im Fachkraftteam erstellen wollen! So eine gemeinsame Arbeit ist für den professionellen Austausch sehr förderlich und stärkt auch das gute Miteinander. Gern anbei ein paar Anregungen, welche pflegefachlichen Maßnahmen sich eignen.
Die korrekte Positionierung beim Essen und Trinken hatten Sie schon angesprochen. Tatsächlich beziehen sich die prophylaktischen Ansätze auch ganz auf diesen Bereich:
- beim direkten Anreichen auf Augenhöhe mit dem Pflegekunden gehen, sodass er seinen Kopf nicht in den Nacken legen muss
- den zu Pflegenden zwischendurch immer wieder zum Schlucken auffordern und animieren (z. B. durch ein Ausstreichen der äußeren Halsseiten)
- die Nahrung immer nur in kleinen Portionen verabreichen
- dem zu Pflegenden die Nahrung vorher zeigen; zum einen fördert das den Appetit und damit die Speichelproduktion, zum anderen kann er sich dadurch kognitiv auf den Vorgang „Essen“ einstellen.
- kein Zeitdruck, dem Pflegekunden Zeit zum Essen und Trinken geben
- wenn nötig: Nahrungskonsistenz anpassen, gegebenenfalls spezielles Andickmittel für Getränke verwenden
- die Oberkörperhochpositionierung noch ca. 20 Minuten beibehalten; das vermeidet die Aspiration bei Reflux.
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