Frage: „Ich arbeite auf einem Bereich mit gerontopsychiatrischem Schwerpunkt. Unsere 30 Bewohner sind alle demenziell erkrankt. Gerade im Bereich der Sturzprophylaxe sind meine Mitarbeiter und ich immer wieder hilflos. Gibt es überhaupt Maßnahmen, die wir bei kognitiv eingeschränkten Menschen sinnvoll einsetzen können?“ (Tim T., Düsseldorf)
Antwort: Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Bei Pflegekunden, die die Maßnahmen nicht mehr verstehen und demzufolge selbst nicht mitarbeiten können, ist die Sturzprophylaxe wirklich schwierig. Ich empfehle Ihnen, sich bei der Maßnahmenplanung hauptsächlich auf die Risikofaktoren zu konzentrieren, die Sie beeinflussen können.
Das sind:
- die ausreichende Flüssigkeitszufuhr
- besonders sturzgefährdeten Pflegekunden die Mittagsruhe in Sesseln oder Daybeds in der Nähe des Dienstzimmers anbieten
- Betthöhe anpassen, ggf. spezielle Niederflurbetten verwenden
- unbedingt Hilfsmittel wie z. B. Protektorhosen, Sturzsensormatten, Bewegungsmelder nutzen
- diagnostische Abklärung für alle Erkrankungen, die zur kurzzeitigen Ohnmacht führen können
- für ausreichende Beleuchtung sorgen
- auf kontrastreiche Umgebung achten
- Ihre Pflegekunden mit den passenden Seh- und Hörhilfen versorgen
- immer wieder an die Benutzung von Rollstuhl und Rollator erinnern
- Anziehen von geschlossenen und gut sitzenden Schuhen (am besten mit rutschhemmender Sohle)
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