Fort- und Weiterbildung ist das A und O, wenn wir uns als Pflegebranche profes- sionell zeigen und unsere Pflegekunden mit guter Qualität versorgen möchten. Neben gesetzlichen Auflagen zur Pflicht- schulung haben wir dabei eigene Be- darfe und Anforderungen, die in unsere Fort- und Weiterbildungen einfließen. Zielsetzung aller Bildung ist immer die Entwicklung oder Erweiterung der beruf- lichen Handlungskompetenz, die auch das Pflegeberufegesetz vorsieht. Ein aus- gewogener Mix aus diesen Kompetenzen soll Pflegende zu professioneller Arbeit befähigen. Die berufliche Handlungs- kompetenz besteht aus den folgenden Teilkompetenzen:
- Fachkompetenz (FaK): Diese Kom- petenz umfasst das fachliche Wissen. Es wird erworben durch Fortbildung, das Lesen von Fachliteratur, durch Dis- kussionen im interdisziplinären Team und das Lernen von Experten. Im Bereich der FaK sehe ich große Lücken in Bezug auf die Kenntnisse zu speziellen Krankheitsbildern und daraus resultie- rendem pflegerischem Bedarf sowie eine erforderliche Beobachtung des Gesundheitszustands.
- Selbstkompetenz (SeK): Diese Kompe- tenz umfasst die Fähigkeit, das eigene Handeln zu hinterfragen, sich selber Ziele zu setzen und auf diese hinzu- arbeiten. Die SeK ist auch besonders wichtig, um sich der eigenen Rolle im beruflichen Kontext und im Team be- wusst zu sein.
- Sozialkompetenz (SoK): Sie umfasst die Fähigkeit, mit anderen zu kom- munizieren, zusammenzuarbeiten sowie Kompromisse zu finden und im Bedarfsfall Konflikte zu bearbeiten. Insbesondere die Fähigkeit, mit Kon- flikten umzugehen, hat durch die an- gespannten letzten Jahre eine beson- dere Bedeutung erlangt.
- Methodenkompetenz (MeK): Sie zielt auf die Fähigkeit ab, methodisches Wissen anzuwenden, z. B. zum Ab- saugen, jedoch auch zur Anwendung des Pflegeprozesses, denn auch dieser ist mit seinen ineinandergreifenden Schritten letztlich eine Methode. Die Praxis zeigt, dass eine vollständige Handlung (Vorbereitung, Durchfüh- rung, Nachbereitung) nicht mehr von allen Pflegefachpersonen strukturiert umgesetzt werden kann.
Nutzen Sie doch einmal die Checkliste, um zu schauen, welche Kriterien in Bezug auf eine kompetenzfördernde Fortbildungs- organisation bei Ihnen erfüllt sein sollten. Darüber hinaus zeigt die Checkliste, wel- che Teilkompetenzen mit dem Kriterium insbesondere gefördert werden. Grund- sätzlich ist jedoch zu sagen, dass alle Kri- terien die berufliche Handlungskompe- tenz mehr oder weniger fördern.
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