Frage: Ich arbeite seit vielen Jahren auf einem Demenzbereich. Wir haben bei uns das Glück, dass wir wirklich Zeit für die Pflegekunden haben. Ich weiß, dass das in der Branche noch lange nicht selbstverständlich ist. Meine Kollegen und ich sind dankbar für unser Konzept und probieren immer mal wieder etwas Neues aus, dass den Pflegekunden guttut. Gemeinsam mit unseren Alltagsbegleitern wollen wir aktuell versuchen, die Erinnerungen unserer zu Pflegenden wieder mehr zu aktivieren. Wie kann eine solche Erinnerungspflege bestmöglich gelingen – haben Sie Tipps für uns?
Antwort: Bei der Erinnerungspflege geht es darum, im Gedächtnis verschüttete oder sogar ganz verloren gegangene Lebensereignisse wieder hervorzuholen. Ziel dabei ist es, den zu Pflegenden mit positiven Ereignissen aus seinem Leben (wieder) in Verbindung zu bringen und entsprechende Emotionen freizusetzen. Für die Umsetzung der Erinnerungspflege sollten Ihre Kollegen und Sie folgende
Aspekte beachten, damit das Ganze auch ein Erfolg wird:
- Einige Menschen erinnern sich nicht gerne und haben kein Interesse an der Vergangenheit: Dieses gilt es zu respektieren.
- Die Auswahl der Erinnerungsthemen orientiert sich immer an den individuellen Pflegekunden und am Ziel, positive Gefühle zu erzeugen.
- Die Erinnerungen fördern Sie über sinnlich wahrnehmbare Zugänge, z. B.: Gegenstände, Erinnerungsstücke, Fotos, Bilder, Filme, Musik, Bücher oder (Natur)Materialien wie Gras, Schnee, Laub, Stoffe, Knöpfe usw.
- Ihre Gestaltung der räumlichen Umgebung kann dabei ebenfalls unterstützen: Wie wäre es z. B. mit einem separaten Erinnerungszimmer?
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