Leserfragen

Wie können wir Ausbildungsabbrüche verhindern?

„Wir sind ein ziemlich großer Träger, der jedes Jahr in allen Einrichtungen zusammen um die 60 Auszubildende ausbildet. Vor Kurzem haben wir einige interne Daten zur Generalistik ausgewertet und dabei […]

Nicole Ott

22.11.2024 · 2 Min Lesezeit

„Wir sind ein ziemlich großer Träger, der jedes Jahr in allen Einrichtungen zusammen um die 60 Auszubildende ausbildet. Vor Kurzem haben wir einige interne Daten zur Generalistik ausgewertet und dabei festgestellt: Die meisten Azubis sind uns in den letzten Jahren im 2. Lehrjahr verloren gegangen. Hier gab es die meisten Kündigungen und Abbrüche. Haben Sie ein paar Ideen, was wir in Zukunft tun können, um hier gegenzusteuern?“

Meine Antwort: Ihre interne Auswertung bestätigt den negativen Trend, den wir auch allgemein bei der Generalistik feststellen: Tatsächlich sind die Abbruchzahlen im Mittelkurs, also im Laufe des 2. Ausbildungsjahrs, von allen 3 Jahren bisher am höchsten. Um sinnvolle Gegenmaßnahmen zu finden, sollten wir uns zuerst die Ursachen anschauen: Was treibt unsere Azubis zum Abbruch?

Vermutung: Es gibt zwar noch keine valide Auswertung der Ursachen, aber ich beobachte in der Praxis, dass sich meine Lernenden im 2. Jahr oft verloren fühlen. Hier haben sie die meisten Außeneinsätze und sind am wenigsten bei uns im Betrieb. Geht hier vielleicht der Kontakt zu sehr verloren? Fehlt ein verlässlicher und kontinuierlicher Ansprechpartner? Ich kann es mir gut vorstellen!

Wir Praxisanleiter sollten uns demnach überlegen, wie wir auch bei langen Außeneinsätzen und damit verbundenen langen Abwesenheiten den Kontakt halten können. Ich habe mit einem monatlichen Telefonat gute Erfahrungen gemacht – nicht zwischen Tür und Angel, sondern gezielt nach vorheriger Terminabsprache. Wenn sich sowohl der Azubi als auch Sie dafür Zeit nehmen, kann man in Ruhe sprechen und auch tiefer gehen als nur „Wie geht’s“ und „Alles okay?“ Stimmen Sie jeden Monat, in dem Sie Ihre Lernenden nicht persönlich sehen, einen festen Telefon-Termin ab, planen Sie dafür eine halbe Stunde ein.

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