Frage: Einer unserer zu Pflegenden hat plötzlich Kopfläuse! Anscheinend wurden die von seiner Enkelin, die im Kindergarten ist, beim letzten Besuch übertragen. Meine Kollegen, ich und unsere PDL sind gerade ein bisschen überfordert: Was sollen wir denn jetzt genau machen? Welche Hygienemaßnahmen sind zu beachten? Können Sie uns da weiterhelfen?
Antwort: Ach, wie ärgerlich! Jetzt ist Ihrer aller erste Aufgabe, dafür zu sorgen, dass sich die Läuse bloß nicht weiterverbreiten! Sie sind auf dem richtigen Weg: Die passenden Hygienemaßnahmen sind wirklich das A und O. Im Folgenden nenne ich Ihnen die wichtigsten Hinweise für die Praxis:
- Unterbringung: Isolieren Sie den Pflegekunden umgehend! Nur so schaffen Sie es, seine Kontakte zu minimieren und die Infektionskette gezielt zu unterbrechen.
- Hygiene Personal: Schutzkittel und Handschuhe sind bei jeder Versorgung Pflicht. Die Entsorgung sollte anschließend direkt im Zimmer stattfinden. Nutzen Sie am besten das Badezimmer wie eine Art Schleuse.
- Händehygiene Personal: Gründliches Händewaschen inklusive Nagelreinigung ist mehrmals in der Schicht erforderlich. Gut zu wissen: Die Händedesinfektion allein ist nicht ausreichend, da Desinfektionsmittel nicht gegen Läuse/Nissen wirksam sind!
- Reinigung und Desinfektion des Zimmers: tägliche Flächendesinfektion und Wischdesinfektion aller Kontaktflächen im Zimmer nach Standard mit einem geeigneten Mittel (Ihre PDL kann Ihnen da weiterhelfen).
- Bettwäsche: täglicher Wechsel bis Therapieende.
- Entsorgung Wäsche und Abfall: alles im Zimmer sammeln, Säcke dort direkt verschließend und auf direktem Wege in die Wäscherei weiterleiten (dort Info geben!) bzw. entsorgen.
- Umgang mit persönlichen Gegenständen des Pflegekunden: Plüschtiere, Schuhe und andere Kleinutensilien können durch 24-stündiges Einfrieren bei Temperaturen unter –10 °C behandelt werden. Weitere Gegenstände, auf die Kopfläuse gelangt sein könnten, verpacken Sie für drei Tage luftdicht in einer Plastiktüte (Läuse aushungern).
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