Abschied würdevoll begleiten

Worte für die letzte Lebensphase: Hilfreiche Formulierungshilfen für Ihr Pflegeteam

Ein Sohn steht vor Ihnen und fragt, ob seine Mutter noch Schmerzen leidet, während er selbst kaum die Fassung bewahrt. Solche Gespräche gehören zu den anspruchsvollsten Momenten Ihrer Arbeit. Dieser […]

Annika Kron

06.11.2026 · 6 Min Lesezeit

Ein Sohn steht vor Ihnen und fragt, ob seine Mutter noch Schmerzen leidet, während er selbst kaum die Fassung bewahrt. Solche Gespräche gehören zu den anspruchsvollsten Momenten Ihrer Arbeit. Dieser Beitrag liefert Ihnen konkrete Formulierungen für die häufigsten Gesprächssituationen in der letzten Lebensphase sowie ein Musterformular, mit dem Sie Wünsche frühzeitig und rechtssicher festhalten können.

Gespräche mit Angehörigen rund um Sterben und Abschied unterscheiden sich grundlegend von der alltäglichen Kommunikation. Angehörige stehen oft unter starkem emotionalen Druck, manche wirken gefasst und sachlich, andere weinen oder reagieren gereizt. Beide Reaktionen sind normal, und beide brauchen von Ihnen dieselbe ruhige, zugewandte Grundhaltung. Wichtig ist, dass Sie als Betreuungsfachkraft nicht die medizinische Prognose übernehmen, sondern bei Ihrer Rolle bleiben: Sie begleiten, beobachten und vermitteln.

Advance Care Planning, kurz ACP, bietet hierfür einen hilfreichen Rahmen. Der Ansatz sieht vor, Wünsche zur Versorgung am Lebensende frühzeitig, also möglichst schon bei stabiler gesundheitlicher Lage, gemeinsam mit der betroffenen Person und den Angehörigen zu besprechen und schriftlich festzuhalten. Das entlastet alle Beteiligten erheblich, wenn eine akute Situation eintritt, weil dann keine Entscheidungen unter Zeitdruck und emotionalem Stress getroffen werden müssen.

Gesprächsleitfaden: Das ACP-Gespräch mit Angehörigen einleiten

  1. Wählen Sie einen ruhigen Zeitpunkt – nicht direkt nach einer akuten Verschlechterung, sondern möglichst frühzeitig nach dem Einzug oder bei stabiler Lage.
  2. Erklären Sie den Zweck des Gesprächs offen: „Wir möchten frühzeitig besprechen, was Ihrer Mutter in der letzten Lebensphase wichtig wäre.“
  3. Fragen Sie konkret nach Werten und Wünschen, etwa: „Was würde Ihrer Mutter in einer solchen Situation Sicherheit geben?“
  4. Halten Sie die Antworten gemeinsam schriftlich fest, und bieten Sie an, das Gespräch bei Bedarf jederzeit fortzusetzen.
  5. Informieren Sie das gesamte Team über die getroffenen Absprachen, und dokumentieren Sie diese in der Betreuungsakte, damit sie im Ernstfall bekannt sind.

Testen Sie jetzt „Praxis: Soziale Betreuung“ – DIE Entlastung für Betreuungskräfte bei Ihrer Arbeit in Pflegeheimen, Tagespflegen und ambulanten Diensten

Mit diesem soliden Komplettpaket aus fundierten Fachinformationen im klassischen Printformat und digitalen Zusatzservices zur Planung und Gestaltung Ihrer Betreuungsmaßnahmen verfügen Sie über alles, was Betreuungs- und Leitungskräfte in der Altenhilfe den Arbeitsalltag erleichtert.