BESCHWERDE DES MONATS

Vermeiden Sie Missverständnisse über Medikamentengabe bei Menschen mit Demenz

Dass Menschen mit Demenz durch ihr Verhalten die Pflegenden „stören“, der Personalmangel, aber auch fehlende Fortbildungen und Schulungen dazu führen, dass übermäßig viel mit sedierenden Medikamenten gearbeitet wird, ist nicht […]

Jochen Gust

01.10.2024 · 3 Min Lesezeit

Dass Menschen mit Demenz durch ihr Verhalten die Pflegenden „stören“, der Personalmangel, aber auch fehlende Fortbildungen und Schulungen dazu führen, dass übermäßig viel mit sedierenden Medikamenten gearbeitet wird, ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Der Pflege-Report 2023 des wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigte deutliche regionale Qualitätsunterschiede auf – insbesondere was die Dauergabe sedierender Medikamente in Pflegeheimen anging. Auch frühere Studien und Untersuchungen wiesen bereits darauf hin. Umso härter trifft der Vorwurf, wenn Pflegeteams ihr Möglichstes tun, Menschen mit Demenz optimal zu versorgen und dabei nicht nur viel aushalten, sondern auch gezielt nicht medikamentöse Strategien anwenden.

Ganz sachlich: Ist was an der Beschwerde dran?

Selbstverständlich kostet die Versorgung von Menschen mit Demenz Zeit und Nerven. Es verlangt häufig nicht nur Ihre ganze Fachlichkeit, sondern auch Geduld und Kreativität, um mit einer ganzen Bandbreite an Verhaltensweisen umzugehen. Es ist daher völlig verständlich, wenn Sie ein solcher Vorwurf verärgert, sogar kränkt.

Dennoch: Sie sind ein Profi und bleiben das auch. Wie eingangs erwähnt ist der Vorwurf allgemein nicht aus der Luft gegriffen, wenn auch speziell für Ihre Arbeit nicht zutreffend. Und bedenken Sie auch, welches Bild Laien häufig beim Betreten einer Pflegeeinrichtung oder Station gewinnen können: Alte Menschen sitzen ggf. im Halboder Dämmerschlaf auf Stühlen oder in Rollstühlen.

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